Überlegungen zum Thema Tourismusstudium und Eventstudium:

 

Die  Tourismusbranche und die Eventbranche haben sich in den letzten Jahren in mehreren Punkten angenähert.

Ein Hotel nur mit Betten und Frühstück kann heute kaum überleben. Also veranstaltet es Firmenfeiern, Kongresse, Hochzeiten. Veranstaltungen werden oft im Zusammenhang mit Reisen (Messen, Kongresse, Sportveranstaltungen etc.) geboten.

Es ist also kein Zufall, dass im Jahr 2002 zum ersten Mal in München ein Studiengang Tourismus- und Eventmanagement angeboten wurde: Tourismusstudium und Eventstudium in einem Programm. Interessant war auch, dass das Profil der Bewerber für dieses kombinierte Programm erstaunlich homogen ausfällt.

Das Tourismusstudium ist für Leute mit internationaler Ausrichtung, mit Interesse an Menschen und Dienstleistungen. Gefragt sind kreative Studenten, die auch organisieren können und zuverlässig sind, ein abwechslungsreiches Berufsleben suchen und auch in der Lage sind zu improvisieren.

Vergleicht man nun die Eigenschaften und Fähigkeiten, die ein Eventstudium verlangt, so stellt man eine enorm große Übereinstimmung fest. Sogar Ausbildungsinhalte, die – wie zum Beispiel Projektmanagement – auf den ersten Blick besonders zu einem Eventstudium gehören, sind für das Tourismusstudium – in diesem Fall beim Thema Reiseveranstalter – unerlässlich.

Jetzt stellt sich natürlich gleich die Frage, ob in einem kombinierten Studienprogramm Inhalte, die nur zu einem der beiden Programme gehören, noch Platz finden. In der Tat lässt sich mit dieser Fragestellung gut überprüfen, welches angebotene Studienprogramm eine ausreichend breite Fächerwahl gewährleistet. Findet sich „Event-Dramaturgie/Regie/Evaluation“ nicht im Curriculum oder sucht man vergeblich das Fach „Hotel-/Restaurantmanagement“,  so sind Zweifel an der Substanz eines kombinierten Studiengangs begründet. Fehlen diese Fächer in Einzelprogrammen – also im Tourismusstudium bzw. Eventstudium, so ist das natürlich auch keine gute Nachricht.

Man kann davon ausgehen, dass Absolventen eines kombinierten Studienprogramms eine breitere Auswahl an Beschäftigungsangeboten wahrnehmen können als diejenigen, die entweder in einem Tourismusstudium oder in einem Eventstudium ausgebildet wurden.

Anschließend soll noch auf die Frage eingegangen werden, ob das Thema Event überhaupt ein Eventstudium rechtfertigt. Eine Frage, die sich beim Tourismusstudium nicht stellt.

Event ist heute deshalb ein so viel beachtetes Thema, weil es zu einem Marketinginstrument von beachtlicher Bedeutung wurde. Dadurch ist die Beschäftigtenzahl beachtlich gestiegen. Dies wiederum hat zur Folge, dass mehr in diesem Thema ausgebildete Mitarbeiter benötigt werden.

Es mag ein bisschen gedauert haben bis Event in Deutschland ernst genommen wurde. Heutzutage stößt das Thema Eventstudium aber auf großes Interesse und hat gegenüber Tourismusstudium in der kombinierten Form „Tourismus- und Eventmanagement“ den gleichen Rang eingenommen.